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AUTOFAHRER UM BIS ZU 15 000 EURO GEPRELLT Teures Lehrgeld für billige Tricks
(ADAC 06.09.2004)
In Zeiten knapper Kassen schlägt die Stunde dubioser Anbieter: Die neueste Masche ist die der Sindelfinger Firma MCS, die Autofahrern Tankkosten-Erstattungen bis 21,5 Prozent plus 1000 Euro in der Woche verspricht. Ohne Risiko und ohne Eigenkapital, heißt es. Merkt der Kunde schließlich, dass es eigentlich nicht um billiges Tanken geht, ist er in der Regel sein Geld schon los.
Nach Recherchen des ADAC beginnt alles ganz harmlos mit Werbebroschüren und Zeitungsinseraten, in denen preiswertes Tanken in Aussicht gestellt wird. Sparwillige Autofahrer werden dann über eine Handynummer zu einem Einführungsgespräch, das sich "Budget-Optimierungs-Forum" nennt, gelockt. Was folgt, ist ein Gruppen-Gesprächstermin, indem den Interessenten eine TXXL-Karte angeboten wird. Damit soll man angeblich künftig Leistungen wie Strom, Telefon- und Handytarife, Reisen, Mietwagen und vieles mehr besonders günstig von Anbietern erhalten, mit denen MCS Provisionsverträge hat. Zusätzlich zu dem vermeintlichen Super-Angebot werden den Kunden auch noch Provisionen in Aussicht gestellt, die allerdings nach einem nahezu undurchschaubaren Modell funktionieren.
Doch statt billiger Tanken und Geld verdienen heißt es für die Interessenten erst einmal Bares auf den Tisch zu legen. Wer sich lediglich als Kunde anwerben lässt, kommt mit 128 Euro für eine TXXL-Kundenkarte noch relativ glimpflich davon. Härter trifft es diejenigen, die sich von MCS gar als Vertriebspartner anheuern lassen. Sie müssen, gelockt von hohen Einkünften, regelmäßig an kostenpflichtigen Werbeveranstaltungen oder Motivationskursen teilnehmen, und zum "Vermögensaufbau" langfristige Versicherungsverträge abschließen. Dazu kommen laufend Gebühren für Software, Updates und Werbematerial. Nach Aussagen ehemaliger Partner ist der Trick einfach: Der "Vertriebspartner" wird so in Atem gehalten, dass er überhaupt nicht dazu kommt, zu realisieren, wie sein Geld in das Sparschwein anderer fließt. Gutgläubige haben auf diese Art schon bis zu 15 000 Euro verloren.
Diese und ähnliche Maschen treten immer häufiger auf. Der ADAC rät daher dringend, bei besonders günstigen Angeboten misstrauisch zu sein und auf keine Vorauszahlung ohne Gegenleistung einzugehen. Wer zu einer monatlichen Ratenzahlung aufgefordert wird, sollte genau prüfen, mit wem der Vertrag geschlossen wird und wohin das Geld geht. Oft ist der Abschluss einer Lebensversicherung Eintrittsvoraussetzung, deren Vermittler dafür bereits hohe Provisionen kassieren.
Quelle: ADAC
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