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DEPRESSIONEN - EINE GEFAHR IM STRAßENVERKEHR
ADAC gibt Tipps für Betroffene

(ADAC 26.10.2004)
Sie können monatelang nicht schlafen, haben Angst, im Job zu versagen, ihren Alltag nicht mehr zu bewältigen und können sich an nichts mehr erfreuen. Nach Expertenschätzungen leiden in Deutschland rund 4 Millionen Menschen unter Depressionen. Im Straßenverkehr können sie nach Einschätzung des ADAC zur Gefahr für sich und andere werden.

In vielen Fällen werden Depressionen gar nicht erkannt oder falsch behandelt. Und noch immer werden meist traditionelle Psychopharmaka, so genannte trizyklische Antidepressiva, verschrieben. Diese Mittel wirken dämpfend oder auch erregend auf das Zentralnervensystem und beeinflussen besonders stark die Fahrtüchtigkeit der Patienten. Sie können Aufmerksamkeit und Konzentrationsvermögen so sehr schwächen, dass sicheres Autofahren unmöglich wird. Kombinieren Kranke verschiedene Medikamente wie etwa Antidepressiva mit Beruhigungs- und Schlaftabletten miteinander, geht die Fähigkeit, sich selbst einzuschätzen, völlig verloren.

Besser ist daher meist der Einsatz von neueren selektiven Antidepressiva, die das Autofahren wieder relativ gefahrlos ermöglichen können. Klinische Tests ergaben: Patienten, die solche modernen Psychopharmaka einnahmen, schnitten bei Reaktions-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprüfungen viel besser ab als Patienten, die mit klassischen Antidepressiva behandelt wurden.

Der ADAC rät Betroffenen, bei einer ärztlichen Behandlung nach solchen modernen bzw. den verkehrssichersten Medikamenten zu fragen. Wichtig ist, dass die Patienten sich unter ärztlicher Kontrolle an die verschriebene Dosis halten und ihr Medikament nicht plötzlich selbstständig absetzen.

Auf jeden Fall sollten Betroffene ihr Auto in den ersten Wochen einer Behandlung mit neuen Medikamenten oder bei einer Umstellung immer stehen lassen. "Denn es kann ein paar Wochen dauern, bis ein Mittel richtig wirkt", sagt der Toxikologe Prof. Gerold Kauert, Mitglied des ADAC-ÄrzteCollegiums.

Jeder Patient ist selbst für seine Fahrtüchtigkeit verantwortlich, so Kauert. Spürt er, dass er zu müde, schlapp oder träge ist, sollte er immer aufs Autofahren verzichten. Verursacht er nachweislich unter Medikamenteneinfluss einen Unfall, muss er mit Führerscheinentzug und Geldstrafe rechnen.

Quelle: ADAC

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